AGVS-Regionalversammlungen: Berufsbildung und Nachfolgeregelung im Fokus

CRC. An den Regionalversammlungen des AGVS Aargau standen aktuelle Entwicklungen in der Berufsbildung, personelle Veränderungen im Kurscenter Lenzburg sowie Herausforderungen bei der Unternehmensnachfolge im Zentrum. Besonders deutlich wurde: Wer seine Nachfolge regeln will, sollte frühzeitig planen.
Publiziert: 11. Mai 2026

										Schlüsselübergabe bei Nachfolgeregelung

Der AGVS (Auto Gewerbe Verband Schweiz), Sektion Aargau, führt jeweils im Frühling in den Regionen Aarau/Zofingen, Baden/Brugg, Freiamt/Seetal, Fricktal und Zurzach Regionalversammlungen durch, um seine Mitglieder über aktuelle Themen zu informieren. Bei der Regionalversammlung von Anfang Mai in Kirchdorf bei Baden konnten Oliver Kalt (AGVS-Obmann Brugg) und André Tinner (AGVS-Obmann Baden) eine grosse Zahl von Garagisten aus ihren Regionen begrüssen. 

Oliver Kalt blickte kurz auf die vergangenen Versammlungen zurück: «Vor drei Jahren hatten wir ein Fachreferat Energieberatung, vor zwei Jahren über künstliche Intelligenz und vor einem Jahr über die Prävention im Umgang mit Trickbetrügern. Heute dreht sich alles um die Nachfolgeregelung. Das ist ein Thema, das alle Firmenbesitzer früher oder später betreffen wird.»

Aktuelles aus der Berufsbildung

André Tinner informierte über Neuigkeiten in der Berufsbildung: «Bei der Teilrevision der BiVo 2026 (Bildungsverordnung) geht es vor allem um Anpassungen der Handlungskompetenzen mit stärkerem Fokus auf Elektrotechnik sowie Hybrid- und Elektroantrieben. Einzelne Inhalte wie Schweissen und Scheibenreparatur entfallen. Eine weitere Änderung betrifft die obligatorische Lerndokumentation in digitaler oder Papierform, die im Qualifikationsverfahren (QV) eine Rolle spielen wird. Zudem wird im QV die schriftliche Berufskenntnisprüfung bei den Automobil-AssistentInnen wegfallen.» André Tinner wies zudem darauf hin, dass das AGVS Didaktikmodul für alle BerufsbildnerInnen obligatorisch ist und bis spätestens 31. Dezember 2026 absolviert und dem Kanton gemeldet sein muss. Im Kurscenter Lenzburg gab es in den letzten Wochen diverse personelle Veränderungen: Michael Kälin ist seit März neuer ÜK-Center-Leiter und als Kursleiter sind Fabian Russenberger und Daniel Frei neu zum Team hinzugestossen.

Nachfolgeregelung früh planen

Marco Feser machte in seinem Fachreferat «Nachfolgeregelung» deutlich, «dass man mit der Nachfolgeregelung nicht früh genug beginnen kann, denn bis eine passende Lösung gefunden ist, kann es bis zu 10 Jahre dauern.» Nach seinen Erfahrungen lohnt es sich, schon früh eine klare Strategie zu erarbeiten, denn der Prozess ist zeitaufwendig, emotional und selten linearer. Er ergänzte: «Leider scheitern Nachfolgeregelungen häufig an finanziellen Vorstellungen, fehlenden Lösungen und weil sich der bisherige Inhaber nicht von seinem Lebenswerk lösen kann.» Marco Feser wies darauf hin, «dass es kein allgemein gültiges Rezept gibt, da jede Nachfolgeregelung individuell betrachtet werden muss, da es verschiedenste Faktoren zu berücksichtigen gilt. Das fängt schon mit der Frage an, wer als Nachfolger infrage kommen könnte. Eine saubere Analyse ist zudem unerlässlich, bei der steuerliche und rechtliche Fragen geklärt werden müssen.» Seine Erfahrung zeigt, dass die Kommunikation mit den Mitarbeitenden leider oft unterlassen wird, was zu grossen Problemen führen kann. Zum Schluss gab Marco Feser den Garagisten noch einen Rat mit auf den Weg: «Holen Sie sich bei externen Spezialisten Hilfe und Unterstützung.»

ESA-Angebote

Daniel Ross, von der ESA (Einkaufsorganisation des Schweizerischen Auto- und Motorfahrzeuggewerbes) informierte über aktuelle Anwenderschulungen sowie Top-Angebote mit Zusatzrabatten auf Service- und Verschleissteile. Besonders erwähnte er die verschiedenen Garagenkonzepte der ESA mit dem neuen Konzept «Garagino». Beim Abendessen, das von der ESA gesponsert wurde, diskutierten die Garagisten über die aktuellen Trends in der Branche.