Freiwilliger Rückruf: Mercedes bittet drei Millionen Kunden in die Werkstatt

19. Juli 2017 agvs-upsa.ch – Mercedes reagiert auf die erneuten Manipulations-Vorwürfe in der Abgas-Affäre und weitet die bereits laufenden «Servicemassnahmen» für Euro-5- und Euro-6-Diesel von 250‘000 auf drei Millionen Dieselautos aus. Wie viele Fahrzeuge in der Schweiz betroffen sind, ist noch offen.
 
pd/mbo. Die Empfehlung gilt dem Autobauer zufolge damit für «nahezu alle Euro-5- und Euro-6-Fahrzeuge in Europa». Wie viele Modelle in der Schweiz von der Massnahme betroffen sind, muss gemäss Mercedes-Schweiz-Sprecher Artur Demirci noch ermittelt werden. Mercedes-Chef Dieter Zetsche sagte dem Online-Portal «kfz-betrieb»: «Die öffentliche Debatte um den Diesel sorgt für Verunsicherung – allen voran bei den Kundinnen und Kunden. Wir haben uns deshalb für weitere Massnahmen entschieden, um den Dieselfahrern wieder Sicherheit zu geben.»
 
Mercedes beziffert die Kosten für die «Servicemassnahme» auf 220 Millionen Euro. Kunden sollen für die Aktion nichts bezahlen müssen. Der Autobauer will erste Fahrzeuge bereits in den kommenden Wochen umrüsten. Es könne aufgrund der grossen Anzahl aber einige Zeit dauern, bis alle Autos abgearbeitet sind.
 
Zetsche: Diesel bleibt fester Bestandteil
Zudem hat Mercedes einen «Zukunftsplan für Diesel-Antriebe», um «das Vertrauen in die Antriebstechnologie zu stärken». Der Autobauer will seine neu entwickelte Diesel-Motorenfamilie so schnell wie möglich in der gesamten Modellpalette ausrollen. Mit dem Vierzylinder «OM 654» ist ein erstes Derivat bereits seit 2016 in der E-Klasse verfügbar. Mercedes zufolge erfüllt der Motor alle Emissionsvorschriften der EU. Mercedes-Chef Dieter Zetsche: «Wir sind davon überzeugt, dass der Diesel nicht zuletzt wegen seiner niedrigen CO2-Emissionen auch künftig ein fester Bestandteil im Antriebsmix sein wird.»
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