Forscher sagt: «Automobile Berufe bleiben spannend»

27. September 2016 agvs-upsa.ch – Die Sektion Zürich lud ihre Mitglieder zum AGVS-Jahresthema «Die Zukunft ist automobil» in die Empa nach Dübendorf, wo Christian Bach die Garagisten in die Geheimnisse der aktuellen Forschung einweihte.



Die Backsteingebäude an der Überlandstrasse in Dübendorf direkt gegenüber der modernen Fassade der AMAG-Filiale sehen unscheinbar aus. Doch der Schein trügt. Während auf der einen Seite der Strasse die Autos von heute verkauft und repariert werden, wird hinter den Mauerziegeln an der Zukunft geforscht. Hierhin lud die AGVS-Sektion Zürich ihre Mitglieder, um einen Einblick in die Arbeit der Empa zu bieten. Sektionspräsident Christian Müller zeigte sich in seiner Eröffnung überzeugt, «dass es noch andere Antriebe als nur den Elektroantrieb gibt».

Christian Bach, Abteilungsleiter Fahrzeugantriebssysteme, gab einen Einblick in die verschiedenen Forschungszweige der Empa, wie der Umstieg von fossiler zu erneuerbarer Energie realisiert werden kann. Er gab den rund 70 anwesenden Garagisten spannende technische Details. So forscht die Empa an einem Motor ohne Drosselung und Nockenwelle, bei dem jeder einzelne Zylinder gesondert gesteuert wird. «Ausserdem testen wir, ob das System auch mit Kühlwasser statt mit Öl betrieben werden kann», verriet er. Auch weitere Konzepte wie ein reiner Gasmotor, verbesserte AdBlue-Dosierungen oder Katalysatorkonstruktionen aus dem 3D-Drucker beeindrucke das interessierte Fachpublikum.



«Verschiedene Technologien werden gebraucht werden»
Laut Bach wird Elektromobilität die Zukunft sein, jedoch nicht unbedingt in der heute bekannten Form. «Strom kann nicht auf Vorrat produziert werden», so Bach. «Es wird im Winter immer fossilen Strom brauchen.» Netzbatterien würden zwar eine sehr hohe Effizienz haben, jedoch nur eine geringe Speicherkapazität. Wasserstoff hat laut dem Forscher eine mittlere Effizienz, doch ist die Speicherung teuer. Methan sei am geeignetsten, um zu speichern, habe aber von den drei Alternativen aber die niedrigste Effizienz; die Methode ist als «Power-to-Gas» bekannt. Deshalb ist Bach überzeugt: «Es werden verschiedene Technologien gebraucht werden.»

Nach den eher theoretischen Ausführungen lud Bach die Garagisten zum Rundgang durch die verschiedenen Abteilungen. Im Future Mobility Demonstrator «move» demonstrierte quasi live die zuvor vorgestellten Technologien, wie überschüssiger Strom in Treibstoff umgewandelt wird. An den Zapfsäulen neben dem nachts farbig beleuchteten Kubus werden die eigenen Forschungsfahrzeuge entsprechend betankt. Auf besonders grosses Interesse stiess bei den Garagisten der Motorenprüfstand. Hier können die Empa-Forscher detaillierte Resultate aus unterschiedlichen Einstellungen generieren. Die Blicke der Garagisten waren ob des mit unzähligen Messschläuchen angeschlossenen Aggregats fasziniert. Ebenso interessiert waren die Gäste von den unterschiedlich umgebauten Fahrzeugen und ihren unterschiedlichen Antrieben. Live durften sie ausserdem in einem Audi den ab 2017 gültigen neuen Verbrauchszyklus WLTP testen, während ein Empa-Mitarbeiter die Unterschiede und Auswirkungen im Vergleich mit dem bisherigen NEFZ erklärte.

«Alles wird in Biogas umgewandelt»
Den spannenden Abend liessen die Zürcher Garagisten bei einem Apéro ausklingen: Für genügend spannenden Gesprächsstoff war auf jeden Fall gesorgt. Zumal Christian Bach zusätzlich Optimismus verbreitete. «Automobile Berufe bleiben spannend», so der Empa-Forscher. «Es ist ein sehr dynamisches Feld und es wird Spass machen, sich mit den neuen Herausforderungen auseinanderzusetzen.» Und zur Eröffnung des Buffets hatte er noch einen kleinen Aufruf – und damit die Lacher auf seiner Seite: «Lassen Sie nichts zurück – es wird alles in Biogas umgewandelt.»
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