Der Druck auf den Mobilitätssektor steigt

Autonomes Fahren, vernetzte Mobilitätskonzepte, Carsharing und alternative Antriebstechnologien – die Mobilitätswelt befindet sich im Umbruch. Nicht nur für die Autohersteller ist der Weg in die Zukunft noch unklar. Soll man alles auf die Elektromobilität, doch Wasserstoff und CNG – oder gar verbesserte Verbrenner setzen. Ein Königsweg ist noch nicht gefunden, klar ist: Nur gemeinsam ist eine Dekarbonisierung des Individualverkehrs möglich.

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In einem sind sich alle Experten einig: Die Frage ist nicht, ob es den Verkehr in Zukunft noch geben wird, sondern vielmehr wie er künftig funktioniert. Denn ein leistungsfähiger Personen- und Güterverkehr ist Voraussetzung für einen breiten Wohlstand. Mit anderen Worten: Ist der Verkehr blockiert, so ist es auch die Entwicklung der jeweiligen Region.

Mit der zunehmenden Verkehrsbelastung und der unerbittlich voranschreitenden Urbanisierung wird der Ruf nach integrierten Mobilitätslösungen lauter. Eine intelligente Vernetzung der unterschiedlichen Fortbewegungsmöglichkeiten, neue Sharing-Angebote und Variante des Langsamverkehrs, die vor allem auf der berühmten letzten Meile das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel ergänzen, sollen Platz und Kapazitäten für die stetig wachsende (Stadt)Bevölkerung schaffen. Und so einen Verkehrskollaps verhindern.

Ingenieure, Verkehrsplaner und Politiker treiben daher die Vernetzung der einzelnen Fahrzeuge aber auch der intelligenten Infrastruktur zur besseren Steuerung der Verkehrsfluss weiter voran. Dabei stehen die Energieeffizienz und ein möglichst tiefer CO2-Ausstoss im Vordergrund – denn jene Regionen, die ihren Energiebedarf ressourcenschonend gestalten, werden zu den Gewinnern der Zukunft zählen.

 


Veränderungen sind auch Chancen für die Garagisten

Die aktuellen Entwicklungen und die rasante Digitalisierung fordern dabei auch die Automobilindustrie, die zudem auf einen schmerzlichen Wertewechsel reagieren muss: Das eigene Fahrzeug wird längst nicht mehr von allen Lenkerinnen und Lenkern als Statussymbol angesehen – der Nutzen steht bei den meisten Autofahrerinnen und Autofahrern im Vordergrund. Der Trend geht weg vom Besitz hin zur optimalen Nutzung diverser Sharing-Varianten sowie Fahrdiensten wie Uber und Lyft. Bald werden wohl auch Robotaxis das Mobilitätsangebot in weltweiten Ballungsräumen ergänzen.

Automobilwirtschafts-Experte Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer erklärt: «Früher hat man sich ein schönes Auto angeschaut, wenn es vorbeigefahren ist. Heute guckt man aufs Handy. Mit dieser Welt müssen wir uns auseinandersetzen. Wir müssen neue Arten von Interesse und Emotionen finden, um jungen Menschen wieder fürs Auto zu begeistern.»

Der renommierte Professor der Universität Duisburg-Essen weiss aber auch, dass der Wertewandel grosse Chancen für das Autogewerbe birgt: «Ich glaube, der Garagist kann sehr viel gewinnen, wenn er es schafft, gemeinsam mit dem Autobauer oder Importeur auch eine Lösung für den Autovertrieb im Internet zu finden. Wenn er sein Unternehmen zudem langfristig auf Nachhaltigkeit ausrichtet, kann er neue Zielgruppen, beispielsweise junge Leute, gewinnen und nebenbei die bisherigen Zielgruppen weiterhin mit ausgezeichneten Produkten bedienen.»

 


Weitere Informationen

Roadmap Elektromobilität 2022

Studie zur Mobilität in der Schweiz 2050

Aktuelle Weltenergiestatistik von BP

 


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