MFK: Nur wenige Kantone bitten Garagisten um Hilfe

2. November 2017 agvs-upsa.ch – «Die Kantonalen Strassenverkehrsämter bieten Lenker nicht gleich häufig zur Motorfahrzeug-Nachkontrolle beim Amt auf», titelte der «Kassensturz» unlängst. Die Vollzugspraktiken sind schweizweit unterschiedlich geregelt – je nach Kanton hat der AGVS-Garagist dadurch mehr oder weniger Aufwand.


Spitze in Sachen MFK-Nachkontrollen: das Strassenverkehrsamt beider Basel (Bild SRF).


tki. So viel vorweg: National gelten auf den Strassenverkehrsämtern standardisierte Prüfprotokolle zur Motorfahrzeugkontrolle. Während die 170 Prüfpunkte genormt sind, sind es die Aufgebote zur Motorfahrzeug-Nachkontrolle nicht. So bieten die Stände Luzern (21,7 Prozent), Zürich (19,7 Prozent) und die beiden Basler Halbkantone (23 Prozent) ihre Autohalter etwa viermal so häufig zur Nachprüfung aufs Amt auf wie St. Gallen (4,8 Prozent) und Thurgau, wie der «Kassensturz» aufzeigte.
 
Garagisten als Nachprüfinstanz
Die Krux liegt im Verfahren: St. Gallen hält die Nachprüfungsrate beim Amt tief, indem der Automobilist auch seinen AGVS-Garagisten aufsuchen kann. Nimmt dieser am sogenannten Reparaturbestätigungsverfahren teil, ist er nachprüfungsberechtigt – behebt also nicht nur die beanstandeten Mängel, sondern bestätigt die Reparatur zuhanden des Strassenverkehrsamts auch gleich selbst. So lagert etwa der Kanton Thurgau die Nachkontrollen so weit als möglich aus.

Ein Nebeneinander von verschiedenen Vollzugspraktiken also, das bei Markus Peter, Leiter Technik & Umwelt beim AGVS, Handlungsbedarf markiert: «Das Beispiel eines Automobilisten, der vom Kanton Thurgau in den Kanton Zürich umzieht und nun deshalb einen bei der MFK festgestellten Mangel nicht mehr bequem bei seinem AGVS-Garagisten beheben lassen kann und stattdessen nochmals zum Strassenverkehrsamt fahren muss, sorgt für ein gewisses Unverständnis. Das zeigt, dass eine schweizweit einheitlichere Regelung sicher auch im Interesse der Konsumenten wäre.»
 
Was diese unterschiedlichen Handhabungen der Motorfahrzeug-Nachkontrolle fürs persönliche Portemonnaie bedeuten, ist im TV-Beitrag zu erfahren.

 
Geizt die Zulieferindustrie beim Pneuprofil? Nein, sagen TCS-Experten
Ein weiteres, für AGVS-Garagisten derzeit wichtiges Thema wurde dieser Tage in der SRF-Sendung «Espresso» aufgegriffen: Autopneus. Ein Hörer monierte, dass die Autoindustrie Fahrzeuge mit immer geringerer Profiltiefe aus den Werken lasse – reine Profitgier, so das Konsumentenfazit. Reto Blätter, Reifenexperte und Testleiter beim TCS, hält dagegen: Der technologische Fortschritt gehe zwar mit einer geringeren Profiltiefe einher, dieses Phänomen habe aber nichts mit Profitdenken zu tun. «Früher hiess es, dass ein Pneu mit mehr Gummi und Profil länger hält. Das stimmt nicht mehr. Weniger Profil bedeutet eine grössere Fahrstabilität und mehr Sicherheit», so der Fachmann gegenüber SRF.

Wie die TCS-Winterpneu-Tests funktionieren, ist in der Septemberausgabe von AUTOINSIDE nachzulesen.

Der vollständige «Espresso»-Beitrag ist auf der Website des SRF nachzuhören.
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