Bern Formula Student: Mit Bienna auf die Überholspur

31. Mai 2017 agvs-upsa.ch – Wenige Tage nach dem AMZ Racing Team der ETH Zürich präsentiert auch das BFS-Team der Berner Fachhochschule ihren Elektroflitzer für die kommende Formula-Student-Saison. Dank Leichtbau und neuen Antriebsteilen soll Bienna um den Sieg mitfahren.
 
dh/mbo. Nach Berna und Giura ist Bienna der dritte Formula-Student-Rennwagen des Bern Formula Student Teams aus Biel. Das noch junge Team hat Grosses vor in dieser Saison. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir mit der Erfahrung aus den ersten beiden Jahren ein konkurrenzfähiges Fahrzeug gebaut haben» so Duga Hoti, CEO vom Berner Team beim offiziellen Rollout des Rennwagens auf der TCS-Rennstrecke in Lignières.


Die BFS freut sich bereits sehr, zusammen mit dem AMZ-Racing Team der ETH Zürich die Schweiz beim ersten Formula Student Event in Ungarn vom 20. bis 23. Juli bestmöglich zu vertreten und zusammen einen unvergesslichen Anlass zu erleben.

Die Anspannung bis zum Event war gross. Das Team hatte in den letzten Wochen nochmals alles gegeben, um Bienna rechtzeitig fertigzustellen. In dieser Saison wurde auf viel mühsam erarbeitetes Know-How zurückgegriffen. Genauso wie das AMZ-Racing Team aus Zürich hatten die Entwickler des BFS Teams zudem die Gelegenheit ihre Konzepte den Ingenieuren des Sauber-F1 Teams vorzustellen und bekamen dadurch wertvolle Inputs direkt am Puls der Formel 1.


Bild links: Enthüllung von Bienna durch Ivan Jankovics, CBO und Joel Ingold Getriebeentwickler.
Bild rechts: Bei der Präsentation von Bienna, Simon Zaugg CTO, Duga Hoti CEO und Gastreferent Bernhard Gerster, Abteilungsleiter Automobiltechnik und CEO DTC.

 
«Dieses Jahr war es uns sehr wichtig in allen Modulen an Qualität zu gewinnen und so viel wie möglich an Gewicht einzusparen», erklärt Simon Zaugg, der das Team als technischer Direktor leitet. Das ist den Studenten gelungen, denn Bienna hat im Vergleich zu Berna und Giura um ganze 25 Prozent abgespeckt. Weitere Highlights sind zum Beispiel das Airjack-Wagenhebersystem, das Schauglas in der Radnabe, durch das beobachtet werden kann, wie das neu entwickelte 1,5-stufige Planetenradgetriebe arbeitet, die zahlreichen, mit SLM-Technologie hergestellten, Aluminium und Titanbauteile am Fahrzeug und das BMS (Battery Management System), das vom einzigen Masterstudenten im Team, Joel Wenger, verbessert und wiederum komplett selbst entwickelt wurde.



Dank dem dualen Bildungssystem der Schweiz konnte das Team auch bei der Fertigung der Teile auf das erlernte Wissen während der Lehre als Automobil-Mechatroniker resp. Konstrukteur, Metallbauer und Elektroniker zurückgreifen und den Sponsoren unter die Arme greifen. Zusammen mit Suter Kunststoffe AG wurde eine Schulung für das Laminieren von Kohle- bzw. Glasfaserwerkstoffen durchgeführt. Dadurch war das Team für die Laminier-Arbeiten von Bienna bestens gerüstet. Nur so konnte es gelingen, dass das Fahrzeug ganze zwei Monate früher fertiggestellt wurde als noch in der vergangenen Saison.
 
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