Trotz Ja zum Energiegesetz: Das Auto hängt den ÖV ab

26. Mai 2017 agvs-upsa.ch – Benzin und Diesel sind günstig, die Autos werden immer sparsamer. Gleichzeitig kosten Bahntickets ständig mehr. Der motorisierte Individualverkehr lässt den öffentlichen Verkehr alt aussehen.
 
Am vergangenen Abstimmungswochenende stimmten 56 Prozent für das neue Energiegesetz. Sie sagten damit unter anderem Ja zu einer Reduktion des Treibstoffverbrauchs. Doch das ist nur mit einer Verlagerung des Verkehrs von der Strasse auf die Schiene möglich. Die Realität allerdings sieht anders aus. Heute legt der motorisierte Individualverkehr auf Kosten des ÖV stetig zu. Laut «Blick» sind 4,5 Millionen Privatautos in der Schweiz zugelassen, rund 500‘000 mehr als noch vor zehn Jahren.
 
Den Grund dafür ist, dass Autofahren immer günstiger wird. Ein Liter Bleifrei kostet im Moment im Schnitt 1.41 Fr., das sind 22 Prozent oder 40 Rappen weniger als im Rekordjahr 2012. Ausserdem werden die Autos immer sparsamer. 2005 brauchte ein Neuwagen im Schnitt 7,9 Liter auf 100 km, 2015 waren es rund 5,9 Liter.
 
Gleichzeitig wird Bahnfahren immer teurer. Das Erwachsenen-GA hat zum Beispiel innerhalb von zehn Jahren von 2990 auf 3860 Franken aufgeschlagen, das sind rund 30 Prozent. Politiker wie VCS-Präsidentin Evi Allemann fordern nun, dass Massnahmen ergriffen werden. Im «Blick» beklagt sich die SP-Nationalrätin, dass Autofahren kaufkraftbereinigt in kaum einem anderen Land so günstig sei wie in der Schweiz, der ÖV dagegen sei im europäischen Vergleich am oberen Limit.
 
Mit anderen Worten, Autofahren soll teurer werden. Nach dem Ja zur Energiestrategie 2050 könnte das leider auch eintreffen. Auto-Schweiz-Direktor Andreas Burgener sagte zum «Blick»: «Uns drohen bis zu 26 Rappen CO2-Abgabe pro Liter Treibstoff mit dem zweiten Massnahmenpaket der Energiestrategie.»
 
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