Neue Marketingstrategie: Shoppingtour mit anschliessendem Autokauf

5. Mai 2017 agvs-upsa.ch – Mit Seat mietet sich erstmals ein Autohersteller in ein Schweizer Einkaufszentrum ein. Der Seat Store im Glattzentrum in Wallisellen ZH, dem grössten Shoppingtempel des Landes, feierte Anfang Mai Eröffnung.


V. l.: Jost Eggenberger (Amag Retail), Sandra Grau (Seat) und Rageth Clavadetscher (Glattzentrum) beim Eröffnungsakt.

mbo. «Mit dem Store im Glatt passt sich Seat den neuen Einkaufsgewohnheiten der Bevölkerung an. Hier muss der Kunde nicht zu uns kommen, sondern wir gehen zu ihm», erklärt Seat-Markenchefin Sandra Grau bei der Eröffnungszeremonie die neue Marketingstrategie. Das könnte in etwa so aussehen: Nachdem man in der Migros die Wocheneinkäufe erledigt und sich im Starbucks einen Kaffee gegönnt hat, schlendert man in den Seat-Store, denn ein neues Auto ist längst überfällig. Im 165 m2 grossen Showroom laden die neusten Modelle zur Sitzprobe ein. Und auf dem angrenzenden Parkdeck gibt es die Möglichkeit für Probefahrten. Anschliessend kann das Auto mittels Computerterminal oder mit Hilfe eines Beraters, eines sogenannten Product Genius, nach eigenem Gusto konfiguriert werden. Passt alles, kann man auch gleich den Kaufvertrag unterzeichnen. Der bestellte Wagen kann bei Lieferung übrigens ebenfalls im Glatt abgeholt werden.


Zwischen Dosenbach und McCafé: Der Seat Store im Glattzentrum in Wallisellen.
 
Erfahrungen sammeln
Doch wie sich die Kunden dann tatsächlich verhalten, wird die Zukunft zeigen. Sandra Grau: «Mit diesem ersten Store in einem Einkaufszentrum möchten wir vor allem Erfahrungen sammeln und die Bekanntheit der Marke Seat steigern.» Stösst der Showroom im Glatt auf Akzeptanz, kann das Dienstleistungsangebot weiter ausgebaut werden. Jost Eggenberger, Managing Director Amag Retail: «Dank der Nähe zur Amag-Autowelt in Dübendorf können wir uns vorstellen, dass im Store dereinst auch Autos für den Service oder für den Reifenwechsel abgegeben und anschliessend wieder abgeholt werden können.»


Showobjekt: Der VR-Autokonfigurator war nur bei der Eröffnung im Einsatz.

Umsätze ankurbeln
Auch für das Glattzentrum selber könnten sich Vorteile ergeben. «Dank dem Auto-Showroom im Haus erhoffen wir uns neue Kunden, die sich dann auch in den anderen Geschäften umsehen», ist Zentrumsleiter Rageth Clavadetscher überzeugt.
 
Auto-Stores könnten auch ein Mittel gegen die generellen Umsatzrückgänge in Einkaufszentren sein. Gemäss Autoscout24 beträgt der Durchschnittspreis eines Neuwagens in der Schweiz 41‘370 Franken (Stand 2016). Rageth Clavadetscher: «Obwohl man im Glatt auch Luxusuhren kaufen kann, bringen Autos natürlich mehr Umsatz.»
 
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