«Die Garagisten profitieren von der besseren Schmierstoffqualität»

13. Juli 2017 agvs-upsa.ch - Motoren, Getriebe, Reifen: Die Technik in Rennautos wird extrem beansprucht. Gutes Material ist deshalb die Voraussetzung für den Erfolg. Bei den Schmierstoffen setzt der Schweizer Rennstall Jenzer Motorsport auf Motorex.


Team-Besitzer Andreas Jenzer. Am Heckflügel seiner GP3-Boliden prangt der Motorex-Schriftzug.

mbo. Auf dem Firmengelände von Jenzer Motorsport im Industriegebiet der Seeländer Gemeinde Lyss herrscht an diesem Vormittag hektischer Betrieb. Die Mitarbeitenden sind dabei, Rennautos und Ersatzteile in den Sattelschlepper zu laden. «Unserem Formel­4-Team, mit dem wir die italienische und Teile der deutschen Meisterschaft bestreiten, stehen strenge zwei Wochen bevor. Zuerst geht’s zum Testen an den Redbull-Ring nach Österreich und zum Hungaro-Ring nach Ungarn und anschliessend wieder zurück nach Österreich, wo wir ein Rennen bestreiten», erklärt Team-Besitzer und Schweizer Rennsport-Urgestein Andreas Jenzer.
 
Talentschmiede für Schweizer Racer
Insgesamt betreibt Jenzer drei Rennteams: ein weiteres Formel-4-Team und ein GP3-Team – der nach Formel 1 und 2 dritthöchsten FIA-Formel-Kategorie –, dessen Rennen im Rahmenprogramm der Formel 1 stattfinden. Der nach Sauber bekannteste Schweizer Rennstall gilt als Talentschmiede für den Schweizer Autorennsport-Nachwuchs. Unter anderem starteten Nico Müller (heute in der DTM bei Audi), Neel Jani (LMP1-Werksfahrer bei Porsche), Rahel Frey (Ex-DTM, heute Werksfahrerin bei Audi) und Fabio Leimer (Formel-2-Meister, Formel-1-Ersatzfahrer, heute Ferrari-Challenge) ihre Karrieren in Lyss.
 
Seit 2009 mit Motorex unterwegs
Einem, nämlich Nico Müller, ist es zu verdanken, dass Jenzer in Sachen Schmierstoffe auf Motorex setzt. Andreas Jenzer: «Als Nico 2008 bei mir anfing, wurde er bereits von Motorex gesponsert. Die kleine, innovative Schweizer Firma mit ihren Rennsport-affinen Mitarbeitern hat mich sofort begeistert und seit 2009 entwickeln wir unsere Motoren- und Getriebeöle sowie Radlager-Fette in Zusammenarbeit mit Motorex.»
 
Zwei Rennsiege – auch dank Motorex
Besonders bei den Getriebeölen hat die Kooperation sportlichen Erfolg gebracht. In der noch jungen Saison 2017 hat Jenzer Motorsport je ein GP3- und ein Formel-4-Rennen gewonnen. Die Getriebe der Boliden sind in ihren Klassen einheitlich. Die Getriebeschmierung ist deshalb der einzige Weg, gegenüber den Konkurrenten einen Vorteil zu erarbeiten.


Champagner als Schmierstoff für den Erfolg: Neben dem siegreichen Arjun Maini (Mitte) belegt auch der zweite Jenzer-Fahrer, der Italiener Alessio Lorandi (r.), einen Podestplatz in Barcelona.

Um das beste Getriebeöl zu entwickeln, hat der Rennstall in Zusammenarbeit mit der Ingenieurschule Biel einen Getriebeprüfstand gebaut, mit dem sämtliche Betriebsumstände simuliert werden können. «So ist es den Chemikern von Motorex und uns gelungen, ein perfektes Öl für Betriebstemperaturen von 80 bis 100 Grad zu entwickeln», erklärt Andreas Jenzer.
 
Die Hoffnung, dass nichts kaputt geht
Natürlich ist die Entwicklung ein laufender Prozess. Das ganze Jahr über werden zig Proben von gebrauchten Schmierstoffen mit unterschiedlichen Laufleistungen zur Analyse nach Langenthal ins Motorex-Labor geschickt. Und es kommen auch ebenso viele optimierte Öle zurück. Dennoch ist der erste Renneinsatz eines neuen Produktes jedes Mal ein Risiko. «Uns bleibt dann nur die Hoffnung, dass nichts kaputt geht. Zum Glück ist bisher aber nie einer unserer Rennwagen mit defektem Getriebe liegen geblieben», sagt der Teamchef.
 
Die Schmierstoffe werden immer besser
So profitieren von der Zusammenarbeit auch Motorex und deren Kunden, die Garagisten. Denn wenn beispielsweise ein Getriebeöl den Strapazen eines Autorennens standhält, ist es auch gut für ein normales Auto. Für Andreas Jenzer ist deshalb klar: «Dank des Einsatzes im Rennsport und der ständigen Weiterentwicklung der Schmierstoffe durch unsere Ingenieure und die Chemiker von Motorex werden die Produkte immer besser. Und davon hat auch der Garagist etwas, denn er kann seinem Kunden ein Topprodukt anbieten und ihn auf diese Weise zufriedenstellen.»
 
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