Der Star mit dem Stern

24. Juli 2017 agvs-upsa.ch - Zweimal in Folge wurde die Mercedes-Benz-Garage Walter Hasler AG in Frick zum «Star Dealer of the Year» gekürt. Auszeichnung für jahrzehntelange, seriöse Arbeit in einem herausfordernden Umfeld.


Der Betrieb von Alexander Hasler setzt seit 40 Jahren auf Mercedes-Benz.

sco. Um den Begriff «herausfordernd» etwas klarer zu definieren, genügt ein Blick durch die grossen Fenster im Showroom am Schützenweg 4 in Frick (AG). Der Blick geht über den Platz mit den rund 70 Occasionen, weiter über den Kirchturm der Nachbargemeinde Oeschgen und bleibt schliesslich an den grünen Hügeln des Juras hängen. «Da hinten», sagt Geschäftsführer Alexander Hasler (38) und zeigt in Richtung Norden, «7 Kilometer entfernt liegt die Grenze.» Und dahinter liegt Deutschland, wo es auch den einen oder anderen Mercedes-Händler gibt. Und den einen oder anderen Automobil-Mechatroniker, der erst noch weniger verdient als diesseits der Grenze.

Seit 40 Jahren Mercedes-Benz
40 Jahre trotzt der Familienbetrieb in Frick nun dieser Herausforderung. «Heute sind wir in unserem Marktgebiet Laufenburg/Rheinfelden die Nummer 1 bei den Zulassungen», sagt Alexander Hasler stolz. Wohlgemerkt: Nicht die Nummer 1 im Premiumsegment, sondern die Nummer 1 über sämtliche Marken.

800 Autos verkaufen Alexander Hasler und sein Team jedes Jahr: «Autos verkaufen ist ein Beziehungsgeschäft.» Und nach 40 Jahren mit derselben Marke kennen die Haslers ihre Kundschaft. Als Alexander die Trophäe für den «Star Dealer» 2016 übernehmen durfte, zeichnete die Daimler AG den Betrieb im 5000-Seelen-Dorf gleich dreimal aus: Dario Chiodi als besten Mercedes-Verkäufer der Schweiz und Vater Walter Hasler für 40 Jahre Treue zur Marke mit dem Stern.

Für die Auszeichnung zum «Star Dealer» – gut sichtbar im Showroom am Empfang platziert – bewertete eine Jury Erfolgsfaktoren wie Kundenzufriedenheit, Weiter­empfehlungsquote, Marketingmassnahmen und Marktanteile in der Region. Zweimal wurde der Preis in der Schweiz bisher vergeben, zweimal an die Walter Hasler AG. «Beim ersten Mal waren wir sehr überrascht», erzählt Alexander Hasler, «wir hatten nicht einmal gewusst, dass es den Preis gibt.» Und beim zweiten Mal? «Da waren wir wieder überrascht. Wir hatten gedacht, dass sich andere Garagen mehr ins Zeug legen …» Die 34 Mitarbeitenden wurde mit einem Bonus und einem Fest belohnt. Im betrieblichen Alltag jedoch verschwende er keinen Gedanken an die Auszeichnung, sagt Alexander Hasler: «Der Kunde bezahlt unseren Lohn. Ihn müssen wir mit unseren Leistungen zufriedenstellen. Wenn wir unseren Job richtig machen, dann kommt alles andere von alleine.»

Enge Verzahnung von Verkauf und Kundendienst
Ein Kriterium für den anhaltenden Erfolg sei die enge Verzahnung von Verkauf und Kundendienst, sagt Alexander Hasler und macht ein Beispiel: «Sieht der Kundendienstberater, dass es unverhältnismässig viel ­kosten würde, ein älteres Auto für die MFK fit zu machen, weist er den Verkauf darauf hin. Dieser geht dann auf den Kunden zu und unterbreitet ihm eine Eintauschofferte.» Dass die Haslers ein Reifenhotel führen (mit aktuell rund 4000 Rädern und Pneus) versteht sich von selbst und auch der Occasionenhandel trägt zum Jahresergebnis bei. Alexander Hasler bewirtschaftet seine Gebrauchten aktiv, tätigt regelmässig Zukäufe, um stets ein breites Sortiment anbieten zu können. Insgesamt hat Hasler ständig mehr als 100 Autos auf dem Areal, die Occasionen perfekt platziert an der Hauptstrasse, die durch das Fricktal in Richtung Basel führt: «Hier fahren täglich 8000 Autos vorbei. Es kommt vor, dass Kunden bei uns vorfahren, sich die Autos anschauen – ob neu oder gebraucht – und schon zwei Tage später mit ihrem neuen Mercedes vom Platz fahren.» Nicht jedermann mag zwei oder sogar sechs Monate auf sein Wunschauto warten – wie beim aktuellen Bestseller, dem GLC Coupé. Ein Auto, das laut Mercedes PR-Abteilung «die kraftvolle Gestalt eines SUVs mit den dynamischen Formen eines Coupés» vereint und das neue, jugendliche Image der Marke unterstreicht.

Auch in einer Zeit schwindender Margen und steigender Vorschriften der Importeure und Hersteller lassen sich mit Mercedes noch immer Gewinne machen, sagt Alexander Hasler, der seit 2001 im Familienbetrieb tätig ist. Zunächst als Verkäufer («Mit einem ganz normalen Verkäufervertrag.»), danach als Verkaufsleiter und seit 2009 als Geschäftsführer. Der zweite Sohn Niki hatte 2001 die Ferrari-Vertretung der Walter Hasler AG übernommen, diese von der elterlichen Firma abgetrennt und zog mit seiner Firma nach Basel um. Derzeit entsteht dort im Gellertquartier ein neuer, repräsentativer Pavillon für die italienischen Supersportler.

Während Niki Hasler stets eine Karriere in der Autobranche anstrebte, hatte Alexander als Teenager noch andere Pläne und träumte von ganz anderen Sternen: Er wollte Koch werden! Nach einer Schnupperlehre im Hotel Hirschen in Erlinsbach AG hätte er einen Lehrvertrag unterschreiben können, liess es aber bleiben: «Der Job hätte mir sehr gut gefallen, aber die Arbeitszeiten haben mich abgeschreckt.» Eine Alternative war schnell gefunden: eine kaufmännische Lehre bei Feldschlösschen. Mit 23 erfolgte dann der Eintritt ins elterliche Geschäft, wo mit unzähligen Aus- und Weiterbildungen der Rucksack gefüllt wurde.
Heute ist Alexander Hasler der Chef einer 34-köpfigen Belegschaft und blickt zufrieden auf seinen Betrieb und die Marke: «Mercedes hat sein Image in den letzten Jahren deutlich verjüngt und eine Vielzahl an attraktiven Modellen auf den Markt gebracht.» Design sowie Preis-/Leistungsverhältnis sprechen auch eine jüngere Käuferschicht an. Zudem habe man Flottenkunden als Wachstumstreiber gewinnen können. Das alles findet seinen Niederschlag in den Absatzzahlen: Von Januar bis Mai 2017 hat in der Schweiz nur Volkswagen (13 933) mehr Autos verkauft als die Marke mit dem Stern (11 108).

Heute brabbelt der V8 und morgen..?
Kaum ein Wirtschaftszweig verändert sich so rasant wie die Autobranche: Wo heute noch das sonore Brabbeln des V8-Biturbo im AMG-GT Roadster zu hören ist (aus dem Vater Walter bestens gelaunt aussteigt, als AUTOINSIDE zu Besuch ist), ist morgen vielleicht nur noch das Sirren eines Elektromotors. 2019 wird im Mercedes-Werk in Bremen der elektrisch angetriebene EQC in Serie gehen, 2022 sind zehn Elektro-­Serienfahrzeuge anvisiert. «Wir waren immer schon neugierig auf die Zukunft», sagt Alexander Hasler, «und machen darum auch immer wieder bei Pilot-Projekten von Mercedes mit.» Wer nur sieben Kilometer neben der Grenze geschäftet, der fürchtet sich nicht vor Herausforderungen.

Persönlich sei er zwar kein grosser Fan von Elektromotoren, meint Alexander Hasler: «Aber Elektro ist nun mal ein Teil der Zukunft.» Hasler selber fährt lieber auf die Vergangenheit ab: Im Juni bestritt er die «Passione Caracciola» mit einem Mercedes 280 Cabriolet, Jahrgang 1970.
Feld für switchen des Galerietyps
Bildergalerie